Entwurf – Architektur & städtebauliches Konzept

Team Habitat
Prof. Dr. Carl Pruscha,
Architekt Mag. Franz J. Loranzi
Mag. Julia Nuler
Mag. Andreas Pfusterer



Architektur und Raum

Durch eine nach außen unabhängige, zeitlose Gestaltung wird im Inneren ein hoher Wohnwert erzeugt, welcher durch flexible Grundrissformen anpassungsfähigen Raum ermöglicht.Zusätzlich bietet das Konzept trotz kompakter Lösungen von verdichtetem Wohnbau durch Patios und Dachterrassen hochqualitative private Außenräume.

Baukonstruktion – Generalplaner

S+B Plan & Bau GmbH
Mit Unterstützung von Schertler-Alge GmbH

Projektförderung
departure – wirtschaft, kunst & kultur GmbH



Wirtschaftlichkeit

Die intensive Nutzung urbanen Landes gewährleistet eine hohe Wirtschaftlichkeit durch sparsame Erschließung und Infrastruktur.
Die klare Trennung der beiden Bauteile – der massive Mauerwinkel samt Bodenplatte in Nassbauweise und die Montage der vorfabrizierten Holzkonstruktion – steigert die Kosteneffizienz des Quadrangle Housing.

Ökologie

Durch optimierte Ausrichtung der Baukörper zur Sonne und der Anwendung qualitativer Baustoffe wird ein Niedrigenergiestandard gewährleistet.


Baukonstruktion

Die tragende Konstruktion der drei Typen des Atriumhauses wird aus einem massiven Stahlbeton L-Winkel, kombiniert mit einer Holzständer- und Holzelement-Bauweise zusammengesetzt. Auftretende Lasten werden an den, vom Erdgeschoss bis ins Dachgeschoss durchgehenden, Holzständern in den Boden abgeleitet. An der Ständerkonstruktion angebrachte Holz-Unterzüge dienen der Geschoßeinteilung und zugleich als Auflager der Deckenelemente. Dies ermöglicht eine flexible und zeitsparende Vorfertigung der Wand und Deckenelemente, die gleichzeitig auch die horizontale und vertikale Aussteifung übernehmen.
Bei der Materialauswahl wird sowohl im Innen- wie auch im Außenbereich hofseitig ein besonderes Augenmerk auf die Verwendung von Holzwerkstoffen gelegt. Die Fassade wegseitig (Eingangsbereich) wird aus Gründen des Brandschutzes eine Metallfassade erhalten.

Energiekonzept

Die Energiebereitstellung erfolgt sowohl durch Bauteilaktivierung des Betonwandwinkels und einer Betonbodenplatte als Speichermasse, als auch durch eine Kombination aus Solaranlage und Wärmepumpe.
Durch ein zentral für die Wohnnachbarschaft angeordnetes Blockheizkraftwerk wird sowohl Wärme als auch Strom zur Verfügung stehen.
Die Wärmeabgabe an die Räume erfolgt durch Wand- und Fußbodenheizung.
Eine optional anzuordnende Fotovoltaikanlage pro Haus sorgt für den Betrieb der Kleinwärmepumpe und der mechanischen Komfortlüftungsanlage.

Betriebskosten

Durch die thermisch optimierte Gebäudehülle und dem Einsatz von Speichermasse ist prinzipiell ein geringerer Energieverbrauch gewährleistet.
Die Wärme- und Strombereitstellung aus Sonne und Umgebungswärme sorgt weiter für eine Verringerung der Betriebskosten.
Dennoch erwies sich in der Gegenüberstellung von Investitions- zu Betriebskosten die Variante mit dem dezentralen Blockheizkraftwerk als die zurzeit ökonomisch beste und ökologisch sinnvollste Form.

 

Städtebauliches Konzept

Sosehr das sogenannte „Einfamilienhaus“ noch immer global den höchsten Zuspruch der Bewohner zumindest im suburbanen und dezentralen Entwicklungsraum darstellt, erweist sich die Form des „freistehenden individuellen Hauses“ sowohl in Bezug auf die Raumvergeudung als auch auf ihre enormen Erschließungskosten hin als ökologisch und ökonomisch unvorteilhaft.
Die Alternativen wie gekoppelte Reihenhäuser mit ihren linearen Haus- und Garten-Zeilen sind als städtebaulich geschlossenes Modell nur beschränkt räumlich entwicklungsfähig.
In Abwandlung der einst von Adolf Loos patentierten Lösung als „Haus mit einer Mauer“ sieht unser Projekt ein Haus mit einem Wandwinkel vor, welcher Raum für eine L-förmige Bebauung und einen quadratischen Innenhof von 6 x 6 m schafft. Da die Einzelhäuser mit jeweils drei Flächen des Wandwinkels direkt an das Nachbarobjekt anschließen, kann bei minimaler Grundstücksgröße, in unserem Fall als ein Quadrat von 12 x 12 m, ein Maximum an Wohnnutzfläche erreicht werden. Durch die kompakte Anordnung einer größeren Anzahl von Einheiten kann ein Wohnquartier städtischen Zuschnitts erzeugt werden.

Entwicklung von Prototypen

Dazu wurden drei Prototypen entwickelt, die aus abgewinkelten Wandscheiben in massiver Bauweise und daran angefügt die Wohnnutzräume in ausschließlicher Trockenbauweise als Holzkonstruktion bestehen.
Wobei die massiven Wände sowohl konstruktiven Halt als auch Raumbildung und Energiespeichermasse darstellen. Im weiteren geben sie die städtebauliche Gliederung des Wohnsektors vor und sind somit Ausdruck von Stabilität und Geborgenheit.
Die Holzbauweise wurde aus verschiedenen Gründen gewählt: saubere und einfache Herstellung, hoher Flexibilitätsfaktor, angenehmes Raum- und Wohnklima und schließlich auch aus ökologisch-ökonomischen Gründen.
Als räumlich wesentlichster Aspekt steht die auf den von außen uneingesehenen privaten Innenhof bezogene Ausrichtung, welche durch Vollverglasung optimalen Tageslichteinfall erhält.
Die Außenraumqualitäten des Hauses bestehen aus  einem begrünten Innenhof, aus Dachterrassen, welche vom Wohn- bzw. Küchenbereich aus auf gleicher Ebene erreichbar sind. Zusätzliche flexible Raumwidmungen (Abstelldepot, Werkstatt, Fitness etc.) wurden mit den ebenerdigen, zum Hof orientierten Räumlichkeiten geschaffen.